Studieren in Malta: Ein Erfahrungsbericht von Stefanie Schädlich

Feb 22nd, 2009 | By BenjaminRuecker | Category: Medienbildung

Wer geplant hat ein Auslandssemester während des Studiums einzulegen, dem kann ich nur Malta empfehlen, insbesondere denen, die in Film interessiert sind, warmes Wetter mögen und über keine weiteren Sprachkenntnisse, außer Englisch verfügen.

Malta ist ein kleines Paradies im Mittelmeer. Ich habe dort vom 29.September 2008 bis 31. Januar 2009 „Communication Studies“ studiert.

Uni

Das Sommersemester kann ich hier nicht empfehlen, da die Hitze im Juni bis August nur im Meer, aber nicht im Hörsaal, erträglich ist. In der Universität ist Englisch Pflicht. Unter sich sprechen die Malteser meist maltesisch, aber ihr Englisch ist perfekt, somit gibt es hier keinerlei Verständigungsprobleme. Das Studium an sich war perfekt. Alle Fächer, die ich gewählt habe, waren sehr praktisch orientiert. Ich hatte das Seminar Video III, in dem wir alle Aufgaben bei einer Filmproduktion erlernten und praktizierten: Direktion, Audio, Floormanager, Kamera usw. und unsere eigene Sendung und Filme produzierten. Die Universität bietet dafür ein riesiges Filmstudio mit drei getrennten Arbeitsbereichen für Audio, Direktion und Dreh mit dem Equipment von zahlreichen DV Kameras und Lichtern (siehe Fotos). Auch Editing Suites und ein Tonstudio standen uns zur Verfügung. Außerdem hatte ich Lighting Techniques im Film, Design mit Photoshop/ InDesign und Illustrator, Audio Engineering (Umgang mit dem Mischpult und ProTools), und vieles mehr.
Die Universität ist besser organisiert als der Rest von Malta. Wie ein typisches südliches Land, ist auch Malta unorganisiert, nur noch viel extremer. Zeit kennen die Malteser, mit Ausnahme der Universität, nicht wirklich. Buspläne existieren nicht, und zu spät kommen ist Alltagsnormalität.

Uni

Was die Unterkunft angeht kann ich nur die University Residence in Lija empfehlen. In ihr wohnen 200 internationale Studenten; somit ist es sehr einfach Kontakte zu knüpfen. Zudem ist in der Mitte ein großer Swimming Pool, der der Erfrischung dient. Wer etwas Geld sparen will sollte sich eine Wohnung außerhalb suchen. In der Residenz bezahlt man ca. 260 Euro für ein Zimmer mit Bad, wenn man zu zweit wohnt. Alleine bezahlt man sogar ca. 350 Euro. Außerhalb der Residence bekommt man schon Zimmer für 150 bis 200 Euro in geräumigen schönen Wohnungen, welche alle möbliert sind.
Während die Mieten auf Malta oft billiger sind als in Deutschland, sind die Lebenskosten höher. Nur Obst und Gemüse und Fisch auf dem Fischmarkt sind sehr preiswert, fast alle anderen Nahrungsmittel sind teurer als in Deutschland, da sie importiert werden müssen. Glücklicherweise gibt es viermal Lidl auf Malta, in denen man zumindest etwas billiger einkaufen kann.
Das Partyleben hier ist definitiv aktiver als in Magdeburg. Es gibt eine große Partymeile, genannt Pacheville, mit vielen Clubs und Bars, wo jeden Tag die Straßen leben. Da es allerdings die einzige Partymeile ist, wird sie nach einer Weile auch langweilig. Die Klubs spielen überwiegend R&B, Techno, House und Spanische Musik, leider eher selten Rock.
Das Wetter, die Strände, Natur und Kultur sind einmalig. Außer im Dezember und Januar kann man hier in jeden Monat baden gehen. Besonders der Westen Maltas bietet schöne Strände und perfekte Unterwasserwelten zum Tauchen. Zudem kann man an den Küsten entlang lange Wandertouren unternehmen und sich am Klettern ausprobieren. Nicht zu vergessen ist Malta ein Weltkulturerbe. Es gibt zahlreiche sehenswerte antike Gebäude, wie zum Beispiel Moscheen, Tore und Katakomben, als auch Naturphänomene wie die „Blue Grotto“ oder die „Dingli Cliffs“.
Alles in allem war das halbe Jahr ein voller Erfolg bezüglich neuer Kenntnisse im Bereich der Medien, meinem verbessertem Englisch, den neu gewonnen Freunden auf der ganzen Welt und den sonnigen Temperaturen am Strand. Das einzige was euch noch davon abhalten könnte, ist, dass noch kein Erasmusvertrag besteht mit der Otto-von-Guericke Universität. Allerdings ist es nicht unmöglich dieses Abkommen zu schließen, da es bereits mit vielen anderen deutschen Universitäten besteht. Ohne dieses Erasmus Abkommen habt ihr die Wahl euch als Transfer Student einzuschreiben und 3500 Euro pro Semester zu bezahlen und die Kurse zu wählen die ihr wollt, oder euch als Fulltime Student einzuschreiben, wofür ihr nichts bezahlen müsst, dafür aber nur die Kurse des ersten und zweiten Jahres wählen dürft, welche nur Theorie sind. Das Bafög Amt zahlt euch die 3500 Euro aber im Nachhinein zurück. Aus diesem Grund (und weil ich die andere Option nicht kannte) hatte ich mich als Transfer Student eingeschrieben.
Stefanie Schädlich
Nützliche Links:
Homepage der Universität: http://www.um.edu.mt/
Homepage des CCT (Centre Communication Technology): http://www.cct.um.edu.mt/
Informationen zur Bewerbung, Gebühren usw.:            http://www.um.edu.mt/int-eu/visitingstudents
Kontakte:
Interationales Office: marlene.debono@um.edu.mt
Secretary of CCT: mario.l.cassar@um.edu.mt

2 comments
Leave a comment »

  1. Hallo ihr Medienbildner,

    ich war zusammen mit Steffi auf Malta und kann so ein Auslandsjahr wirklich nur empfehlen.
    Passend zum Thema habe ich darum eine Webseite erstellt.
    Alle Informationen zum Studieren auf Malta gibt es jetzt auf “http://malta-student.com/”.

  2. Wer noch ein bischen mehr übers Studieren in Malta wissen möchte, für den gibt es jetzt auch Erfahrungsberichte zum Studium in Malta auf “http://www.studieren-malta.de/”

Leave Comment