Leben in Magdeburg

Möglichst authentisch über das studentische Leben in Magdeburg zu berichten, ist die Vorgabe für diese Kategorie unserer Website. Ich kann nur den Grundstein mit ein paar Artikeln und einleitenden Worten legen, für manche Themen sind Kommilitonen weitaus besser qualifiziert

Es gibt seit dem 16. Januar 1945 keinen echten Stadtkern mehr. Eine der schönsten Einkaufsstraßen Europas, der Breite Weg, wurde durch alliierte Bombenangriffe nahezu vollständig zerstört.


Stalinbau


Plattenbau Breiter Weg


Nordabschnitt Breiter Weg

In den nächsten Jahrzehnten wurde die Stadt wie kaum eine andere in Ostdeutschland von den DDR-Baukolonnen geprägt. Eine sozialistische Musterstadt sollte entstehen. Repräsentativ fing es mit heute noch attraktiven Wohnbauten im Stalinstil an und endete mit riesigen Straßenschneisen, öden Plattenbauten und einer trostlosen Fußgängerzone, dem Nord-Abschnitt des Breiten Weges. Dafür wurden auch kurzerhand noch erhaltene wertvolle Kirchen gesprengt.

Und heute, fünfzehn Jahre nach der Wiedervereinigung? Die Altbausubstanz z.B. rund um den Hasselbachplatz und die Hegelstraße ist liebevoll wieder saniert worden, doch die meisten Magdeburger können sich die edlen Wohnlagen bei über 20 Prozent Arbeitslosigkeit kaum leisten. Dafür wurde die Stadt reichlich mit massigen Einkaufszentren (City-Karree am Bahnhof und Allee-Center an der Elbe) überzogen. Kritiker sprechen von einem “betonierten Flurschaden”. Am Domplatz wurde in 2005 ein Entwurf des österreichischen Künstlers Friedensreich Hundertwasser realisiert und soll zu einem zweiten Wahrzeichen der Stadt werden.


Hundertwasserhaus


Allee Center


Der Magdeburger Dom mit einem weiteren Wahrzeichen der Stadt, Otto-von-Guerickes Vakuum Kugeln

Der Hasselbachplatz ist die eigentliche “Kneipenmeile” von Magdeburg. Für jeden Geschmack findet sich da ein Plätzchen. Besonders schön ist es im Sommer, wenn auf den Straßen ein bißchen mehr los ist. Man trifft viele Leute, die man kennt und es kommt fast das Flair einer klassischen Studentenstadt auf.

Persönlich empfehle ich von den Kneipen das Jakelwood (tolle Musik & eine dunkle, etwas staubige Atmosphäre), das KuCaf (KulturCafé - musikalisch ab und zu außergewöhnlich, recht klein, gemütlich und passend, wenn man sich gepflegt unterhalten möchte), Espresso-Kartell (musikalisch recht wandelbar, eher Mainstream, aber erträglich - für Kaffeeliebhaber sehr zu empfehlen, leider findet man schwer einen Platz, wenn man ab 21 Uhr auftaucht). Daneben gibt es auch klassische Kneipen wie die Urbar oder den Stern, die einander gegenüber den Abschluss der Kneipenmeile auf der Sternstraße bilden und sich besonders für unsere regelmäßigen Stammtische eignen.

Wenn man jedoch das Zentrum verlässt, sieht man ganz andere Seiten der Stadt. Die Gelände der ehemaligen Schwermaschinenkombinate stehen auch heute noch zu großen Teilen leer und werden langsam von der Natur zurückerobert. Die Plattenbauten in der Vorstadt beeindrucken das Auge, wenn man von der A2 kommend Richtung Innenstadt fährt und selbst auf nahezu vollständig sanierten Straßen finden sich immer noch alte, leerstehende und abbruchreife Gebäude.